Verschlüsseln ? Holland ?

Eigentlich sind die Holländer ja gute Menschen, mal davon abgesehen das ich sie wenn es um Fußball geht „hasse wie die Pest“, um es mal mit den Worten von Joint Venture  (hier noch der Text zum Song “Holland”) zu sagen. Ansonsten aber bin ich immer gerne nach Holland gefahren, schon alleine weil es sich um ein sehr tolerantes Land handelt.

Und auch organisatorisch sind sie nicht sehr weit weg von der, allseits gerühmten deutschen Ordnungsliebe. Amsterdam zum Beispiel hat bereits im Jahr 1851 begonnen systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben. Dieses sog. „Bevolkingsregister“ diente dazu Ressourcen besser zu verteilen. Weil Holland auch damals schon einen guten Ruf hatte gaben die Einwohner natürlich bereitwillig Auskunft, z.B. über ihren Beziehungsstatus, ihren Beruf, ihre Religion. All das wurde fein säuberlich erfasst. Als dann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts eine High-Tech Erfindung namens Lochkarte auf den Markt kam wurden die Daten dann alle mit eben diesen erfasst, immerhin kam man damit dem, damals zwar noch unbekannten, Ansatz des papierlosen Büros näher. 1939, dem Jahr als Herr Schicklgruber nichts besseres zu tun hatte als in Polen einzumarschieren beschloss man in Amsterdam eine Volkszählung durch zu führen, mit welcher das Register dann auf den neuesten Stand gebracht wurde. Da wir uns immer noch in Holland befinden alles halb so wild. Der Haken an der Sache zeigte sich dann erst im Mai 1940, denn da marschierten die Nazis auch in Holland ein, sahen sich kurz das Amsterdamer Register an und sagten sich: „Na Super, haben uns die Holländer doch glatt die Arbeit abgenommen. Und jetzt schicken wir mal eben 100.000 Juden in die Vernichtungslager.“

89 Jahre, seit 1851 die Zählungen begonnen hatten lief alles Prima. Niemand hatte etwas zu verbergen, das ganze erfassen von Daten diente ja allen. Bis die Nazi-Nachbarn plötzlich das sagen in Holland hatten. Denn ab diesem Tage wurde der Eintrag „jüdisch“ unter Religionszugehörigkeit zum Todes-Urteil.

Klingt auch heute noch ziemlich heftig. Oder ?

Und jetzt holt alle mal tief Luft und überlegt euch ob ihr Angesichts von NSA, BND, GCHQ, TIPP und welche Dienste und Überwachungsprogramme es sonst noch so gibt, immer noch der Ansicht seid das es sich für euch nicht lohnt Festplatten und E-Mails zu verschlüsseln, weil ihr ja nichts zu verbergen habt und sich die Geheimdienste eh nicht für das interessieren was ihr so schreibt. Wisst ihr ob sich nicht morgen, oder übermorgen ein Gesetz ändert und plötzlich Gefängnis auf Regierungsfeindliche Äußerungen steht ??

Noch mal alle tief Luft holen.

Nein, ich bin nicht zu den „Allgemeinen Verschwörungs-Theoritikern“ gewechselt. Aber ich lege nun mal einen gewissen Wert auf meine Privatsphäre, auch, oder gerade, gegenüber unserer Legislative. Die sich ja bekanntlich in vielen Fällen genauso wenig an geltendes Recht hält wie die NSA.

Natürlich wollen die unsere Daten z.B.im Zuge der Vorratsdatenspeicherung nur komplett erfassen um uns vor Terror-Anschlägen durch IS oder Al-Kaida zu schützen. Oder um die ganzen Pädophilen zu erwischen die ihren Dreck per WhatsApp oder über ihren Web.de-Account verschicken. Glaubt das jemand ? Ich tu` es nicht.

Sollte also jemand interessiert sein wie man E-Mails verschlüsselt, oder auch ganze Festplatten darf er sich gerne an mich wenden, einfach eine kurze E-Mail, dann können wir uns gerne mal über das Thema unterhalten.

Denn meiner subjektiven Meinung nach wird es langsam nötig sich in der Richtung schlau zu machen.

In diesem Sinne

Dieter