Kölner Friedhöfe in der Krise

Das der Kölner an sich ja sehr lebenslustig ist dürfte inzwischen auch die letzte Dumpfbacke mitbekommen haben.  Allerdings sind viele Kölner auch der Ansicht das sterben nicht wirklich zu ihrem Lebensstil passt, sowas kann man doch den Immis (oder besser noch den Düsseldorfern) überlassen.

Jesacht, jetan! Womet mer dann och ald beim Thema wöre: Die kölsche sterven nit jenooch…

Ich bitte an dieser Stelle meine geneigten Leser um Entschuldigung. Da nicht jeder des kölschen Idioms mächtig ist werde ich im weiteren die Synchronüberstzung in den Text einarbeiten damit es auch Immis und Bewohner der verbotenen Stadt verstehen können.

Also nochmal von vorne:

Gesagt, getan. Womit wir dann auch schon beim Thema wären: Die Kölner sterben nicht genug. Soll natürlich heißen: Es sterben zuwenige Menschen in Köln und deshalb sind die Friedhöfe jetzt in der Krise.

Wie ich darauf komme ?

Am Samstag, den 08.08.2015 habe ich eine Führung auf dem Melaten-Friedhof besucht. Guckt ihr hier:

melaten

Eigentlich war ich davon ausgegangen das ich etwas über die Geschichte und den einen oder anderen Promi (Dirk Bach, Willy Ostermann, Rolf Stommelen, Hermann Götting, um nur einige zu nennen) erfahre der dort verbuddelt ist begraben liegt. Denkste.

Nachdem die Gruppe und der Fremdenführer sich getroffen hatte führte dieser uns in die Trauerhalle die dann von außen verschlossen wurde,so das wir diese nicht mehr verlassen konnten. Was zunächst aber niemandem auffiel. Dann wurde ein kleiner Imbiß gereicht (Schnittchen mit Leberwurst und ein Glas Kölsch).

Während wir noch diese kleine Stärkung zu uns nahmen trat der Fremdenführer an ein, Mikrofon bestücktes Rednerpult und sprach ein paar Minuten davon wie schlecht es den Kölner Friedhöfen doch ginge, das diese in einer tiefen Krise steckten und das einfach nicht mehr genug gestorben würde.

Angemerkt sei das die ganze Zeit über weitere Kölsch gereicht wurden. Ein älterer Mann, der wohl nicht allzuviel vertrug brach bei der obigen Schilderung bereits in Tränen aus und wetterte über die Ignoranz der Jugend, die nur an sich selber denken würde.

Langsam aber sicher kam der Mann, in bester Kaffeefahrt-Manier zum eigentlichen Thema, für nur 33000 € wäre jedem der Anwesenden ein sofortiges Hinscheiden durch eine Todesart nach Wahl (Erhängen, vergiften, erschiessen, erwürgen) möglich sowie die daran anschliessende Feuerbestattung. Dazu gab es dann, und ich zitiere wörtlich: „…nicht einen, nicht zwei sondern drei Kränze mit Trauerschleife gratis. Und wenn ihnen das immer noch nicht reicht, dann lege ich sogar noch…nicht einen, nicht zwei, sondern drei Blumensträuße oben drauf. Selbstverständlich gehört zu unserem Paket auch eine Trauerrede, die sie für einen minimalen Aufpreis von nur noch 4000 € erhalten…)

Naja, so redete der gute Mann noch einige Zeit weiter. Als sich die ersten Senioren meldeten die das Angebot wahrnehmen wollten habe ich dann mit einigen anderen Jungs die noch halbwegs nüchtern waren die Initiative ergriffen und die Türe aufgebrochen. Als der Sonnenschein in die Trauerhalle flutete schien der Bann gebrochen und alle Anwesenden strebten zum Ausgang.

Die einzigen beiden Ausnahmen waren der ältere Herr, der nicht allzuviel vertrug und nach seinem 17.ten Kösch friedlich entschlafen war sowie der Fremdenführer/Verkäufer der während des ausbrechenden Tumults nach dem aufbrechen der Türe versehentlich ins Krematorium geschubst wurde das sich dann wie von selbst startete (Es könnte auch daran gelegen haben das ich mit Willy gewettet hatte das ich mich doch traue den EIN-Knopf zu drücken, blöde Schnapsidee, aber is‘ halt passiert.)

Nachdem dann, fast, alle wieder draußen waren wünschten und wir uns noch gegenseitig ein schönes Restwochenende und gingen unserer Wege. Mich zog es ja bekanntlich zurück nach Elsdorf wo ich dann endlich der besten Ehefrau von allen ein zweites mal das Ja-Wort geben konnte. Genau das war dann auch der Grund aus dem ich die Melaten-Affaire völlig verdrängt hatte. Bis heute. Da entdeckte ich im Web nämlich folgendes:

 

krematorium

Um ehrlich zu sein will ich gar nicht wissen was die da jetzt wieder geplant habe. Aber da ich nun mal ein herzensguter Mensch bin sah ich es als meine Pflicht an euch, meine geneigten Leser/innen von diesen grauenhaften Machenschaften in Kenntnis zu setzen. Was ich hiermit, meiner subjektiven Meinung nach, gemacht habe.

In diesem Sinne

Dieter