Homo Digitalis? Sarkasmus? Paranoid?

Tschüss Sarkasmus, ciao Ironie….

Langsam aber sicher komme ich an den Punkt an dem ich mich frage ob ich nicht dem Sarkasmus, Zynismus und der Ironie abschwören soll.  Ich habe ja schon einige bescheuerte Einfälle gehabt, die ich auch hier im Blog (so es denn jemals jemand gelesen hat) mit euch geteilt habe. Einige dieser Einfälle bezogen sich ja auch auf Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und ähnliches. Manchmal ist es halt unumgänglich ein wenig Paranoid zu sein. Aber im Moment komme ich mir vor wie eine gehbehinderte Schnecke, die gerade von der Realität in Form eines Formel-1 Boliden überholt wurde.

 

Der (paranoide) Homo Digitalis ist da!

In den USA wurde am Montag, dem 13.11. das erste „Digitale Medikament“ der Welt zugelassen. Ein Unternehmen namens Proteus hat einen mikroskopisch kleinen Sensor entwickelt der in jeder Tablette enthalten ist. Wenn die Tablette sich in der Magensäure auflöst und der Sensor mit eben jener in Berührung kommt sendet er ein Signal an ein Pflaster das auf der Haut klebt, dieses Pflaster sendet das Signal ans Smartphone des Patienten und das Smartphone leitet das ganze weiter an… tja, an wen? Auf jeden Fall schon mal an die Server von Proteus, gegebenenfalls auch noch an den behandelnden Arzt (eventuell auch an die NSA, den BND, den FSB und die Blöd-Zeitung).

Ok, mal von meinen üblichen Datenschutzbedenken abgesehen kann man, wenn man unbedingt will, das Ganze auch positiv sehen. So etwas kann ja tatsächlich Leben retten, wenn es denn richtig eingesetzt wird. Was mich allerdings ein wenig stutzig macht ist die Tatsache das es sich bei diesem ersten „Digitalen Medikament“ ausgerechnet um eines handelt das Ärzte unter anderem bei (paranoider) Schizophrenie verschreiben.

Echt jetzt??

„Sie verfolgen mich. Sie sind überall.“

Geht’s den Amis noch gut? Jemand der eh paranoid ist und wohlmöglich glaubt das die nette Oma in der Nachbarwohnung eigentlich nur da wohnt um ihn zu überwachen, der soll jetzt eine Pille schlucken die ihn mit Hilfe von Sensoren, Pflastern und seines eigenen Smartphones überwacht?? Immer vorausgesetzt er hat überhaupt ein Smartphone.

Naja, wenn er keins hat kann das Signal ja immer noch von Siri, Cortana, Alexa und dem Google-Assistenten weitergeleitet werden. Das hätte ja sogar noch den Vorteil, das die Krankheit die behandelt wird auch gleich in den Kundendaten bei den entsprechenden Firmen landet. Beim nächsten Mal shoppen auf Amazon bekäme man dann gleich den Hinweis das Kunden die unter einer ähnlichen Krankheit leiden auch gerne Zwangsjacken, Hanf-Stricke oder Zyanid-Kapseln kaufen. Den Konzernen würde das ganz neue Marketing-Maßnahmen ermöglichen.

Seid doch mal ehrlich, so langsam aber sicher bleibt einem doch fast gar nichts anderes mehr übrig als Paranoid zu werden. Zumindest meiner subjektiven Meinung nach…

In diesem Sinne…

Dieter

 

PS: Und ihr wisst ja: Nur weil man Paranoid ist heißt das nicht das man nicht wirklich verfolgt wird.