Nat(h)alie kann nicht lesen oder das Problem mit der Zeitarbeit

Es gibt ja Tage da zweifele ich ob Bewerbungen schreiben wirklich etwas bringt. Vor allem dann wenn die Rede von Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen ist. Es ist mir schon klar das man diese Unternehmen nicht alle über einen Kamm scheren darf, aber das eine oder andere dieser Unternehmen gibt mir dann doch zu denken.

Im März dieses Jahres habe ich mich bei einem dieser Läden, dessen Name mit “Z” anfängt und auf “sis” endet als IT-Kundenberater beworben. Das habe ich zwar nicht gelernt, aber wer mich kennt weiß das ich mit einer Tastatur unter den Händen doch das eine oder andere zuwege bringe. Also warum es nicht mal versuchen ? Word, den PDF-Creator, und was man sonst noch so braucht beim Bewerbungen schreiben, angeworfen und los. Das Ergebnis war ein Anschreiben sowie eine PDF-Datei die meine Bewerbungsmappe enthielt. Alles DIN-Komform und auf dem neuesten Stand, wie mir auch von diversen Lesen, unabhängig voneinander bestätigt wurde. E-Mail Programm starten, E-Mail schreiben, Anhang dran und auf senden klicken….

Und dann harrte ich der Dinge die da kommen sollten. Aber was dann kam irritierte mich ein wenig:

za1

So so, ungelesen gelöscht. Kann man ja machen (muß man nicht, aber kann man). Was man allerdings nicht machen sollte, das ist zumindest meine subjektive Meinung, ist dem Absender das auch noch in dieser Form mitzuteilen. In dieser Form heißt: Durch eine automatisierte E-Mail.

Aber da ich, entgegen dem was einige Leute vermuten, doch Humor habe (wenn auch einen sehr bösen und tiefschwarzen) habe ich der guten Natalie dann eine Antwort geschrieben.

Sehr geehrte Frau R……,

vor einigen Wochen habe ich Ihnen eine Bewerbung als Einsatzplaner (IT-Kundenbetreuer) per E-Mail gesendet. Diese E-Mail enthielt ein Anschreiben, sowie einen Lebenslauf und Zeugnisse. Am Freitagnachmittag erhielt ich von Ihnen, werte Frau R……. als Antwort eine E-Mail mit folgenden Inhalt:

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Ihre Nachricht wurde ungelesen gelöscht um Freitag, 20. März 2015 15:02:01 UTC.

Final-recipient: RFC822; Natalie.R……@zaq…….de

Disposition: automatic-action/MDN-sent-automatically; deleted

X-MSExch-Correlation-Key: Kb+1gIVz9k6QyuZvDGQ3jA==

Original-Message-ID: <54D9C773.7000204@………com>

X-Display-Name: =?iso-8859-1?Q?Natalie_R………=

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Aus diesem Grunde bewerbe ich mich heute bei Ihnen als IT-Fachkraft/System-Administrator für Ihr Hausinternes Netzwerk. Denn wer auch immer im Moment dafür verantwortlich ist, scheint keine Ahnung von der Materie zu haben. Ein guter Administrator würde verhindern, dass solche, in meinen Augen äußerst peinlichen Mails, versendet werden.

 

Sollte mein Angebot Ihr Interesse geweckt haben stehe ich gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dieter J.

PS: Das Arbeitsamt habe ich ebenfalls über diese, gelinde gesagt, seltsame Praxis des Umgangs mit Bewerbungen informiert. Ebenso behalte ich es mir vor diesen Vorgang an beliebiger Stelle zu veröffentlichen. Selbstverständlich unter Beachtung des BDSG.

 

Mir ist nicht genau bekannt ob diese Nachricht gelesen wurde. Auf jeden Fall habe ich keine Antwort erhalten, womit ich, bei allem Optimismus auch nicht gerechnet hatte. Damit waren das Thema, ebenso wie das Unternehmen dann auch für mich erledigt.

Vier Monate später, an obiges dachte ich schon gar nicht mehr kam mir dann eine Stellen-Anzeige des gleichen Unternehmens ins Blickfeld. Diesmal suchten sie eine Einsatzplaner, das gesuchte Profil passte genau auf das was ich aus dem ff beherrsche. Also schrieb und schickte ich eine Bewerbung raus.

Und bekam einige Tage später als Antwort:

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Wieder eine Nat(h)alie, wieder “ungelesen gelöscht” und wieder die automatisierte Antwort ?!

Liegt es am Unternehmen, am Vornamen Nat(h)alie, vielleicht können Frauen mit diesem Namen ja wirklich nicht lesen, oder an der NSA ? Meine subjektiven Meinung liegt es daran das wir Zeitarbeitsfirmen genau so nötig brauchen wie einen Atomkrieg, die Beulenpest oder religiöse Fanatiker. Und sollte einer meiner Leser jetzt glauben das man zwischen dem Beitragsbild und dem Unternehmen irgendeinen Bezug herstellen könnte, dann liegt er damit völlig richtig.

In diesem Sinne

Dieter