Do laachs do dich kapott, dat nennt mer Camping……

Und weils so schön war… und weil ich gestern danach gefragt wurde….und damit was im Blog drin steht….und weil ich erst eine alte Festplatte mit einem Backup rauskramen mußte um den Text überhaupt zu finden…

Warum auch immer. Hier ein Text von mir aus dem Jahr 2004, geschrieben etwa eine Woche nachdem aus der “besten verlobten von allen” die “beste Ehefrau von allen geworden” war, die in diesem Text auch das erste mal unter dieser Bezeichnung auftaucht…

Lest es einfach selber.

—————————————–Hier abnagen—————————————–

Do laachs do dich kapott, dat nennt mer Camping……

Wir schreiben das Jahr 2004 und alle deutschen sind zum Ballermann geflogen um Urlaub zu machen. Alle ? Nein, ein Haufen Leute hat noch einigermaßen Niveau und macht sich lieber auf den Weg ins benachbarte Holland. Einer davon ist CFC, nicht mehr ganz so jung, nicht mehr ganz so dynamisch, aber immer noch völlig Erfolglos was die Vermarktung seines Geschreibsels angeht…… Davon abgesehen inzwischen auch glücklich verheiratet.

Und so kam der Tag da wir beschlossen uns auf den Weg nach Holland zu machen, wir, das waren Dunja, die beste Ehefrau von allen, um es mal mit Kishon zu sagen, Fredi, seines Zeichens Elf Jahre alt und nur darauf bedacht möglichst schnell die holländische Nordsee unsicher zu machen, Kaja, sieben Jahre alt, Hundedame und gerade in der Mauser, außerdem leidet der Hund unter permanenten Flatulenzen. Genauer ausgedrückt leidet eigentlich nicht der Hund darunter, sondern eher all jene die in seiner nähe sind wenn die Flatulenzen einsetzen. Ach ja, und meiner einer war auch noch dabei.

Montag morgen, 8:30 Uhr (zirka), wir haben eingepackt. Zwei Zelte, Luftmatratzen, Getränke….. Getränke ? Das bei diesen Getränken kein Kölsch dabei ist fällt mir dann leider erst auf als ich plötzlich ein Heineken in der Hand halte…. Naja, was Solls. Das Kölsch war dummerweise nicht das einzige was wir nicht eingepackt hatten… da fehlte auch noch so einiges andere… Windeln zum Beispiel. Aber dazu später mehr….

Wir starteten also, hielten noch kurz an um ein paar belegte Brötchen zu besorgen und ab ging es auf die Autobahn. Besagte Autobahn war dann auch halbwegs frei, so das wir prima durchkamen. Da die beste Ehefrau von allen wesentlich besser Auto fährt als ich, und außerdem, im Gegensatz zu mir auch einen Führerschein besitzt saß sie dann folgerichtig auch am Steuer. Was mir Zeit und Muße zu einigen Philosophischen Gedanken gab…….

Warum, verdammt noch mal haben wir nicht vorher einen Karavan gebucht ?
Wieso fußelt dieser Hund so ?
Und warum, zum Teufel ist die Kondensmilch in einem Mayonnaise Glas ?

Letztere Frage ließ sich relativ einfach beantworten, weil das, sauber gespülte Mayonnaise Glas sich wieder zuschrauben lässt, ganz im Gegensatz zu einem aufgerissenen Tetra-Pak.

Warum der Hund fußelt ? Eigentlich auch offensichtlich, er wechselt das Fell. Das allerdings wirft wiederrum die Frage auf warum dieses Zottelviech das nicht außerhalb des Autos machen kann….  Ok, ok, ich gebe es ja zu: die letzte Frage war biologisch betrachtet ziemlicher Schwachsinn!

Bliebe noch die erste Frage, die mit dem Karavan. Bisher, wenn wir in Holland waren hatten wir immer auf dem Mini-Camping-Platz von Herrn Poppe (hört gefälligst auf zu lachen, der Mann heißt wirklich so!!) gewohnt, und zwar in einem geräumigen Karavan in dem genügend Platz war, in dem es Bänke gab, in dem es vor allem einen Kühlschrank gab.
Aber besagten Karavan hatten wir immer schon vorab telefonisch gebucht….. irgendwie schien mir das Versäumnis es diesmal nicht getan zu haben doch schwerwiegender vor als es auf den ersten Blick scheint. Und dafür kann ich sogar Argumente anführen die wesentlich logischer sind als der Kram den ich sonst so von mir gebe (zum Beispiel das ich gar nicht Übergewichtig, sondern untergroß bin.)…. Zum einen waren in NRW Sommerferien, was irgendwie immer zur Folge hat das sich Unmengen deutsche auf den Weg ins Ausland machen, ganz im Gegensatz zur deutschen Wehrmacht oder deutschen Hooligans allerdings in vollkommen friedlicher Absicht (wobei ich allerdings all jene die zum Ballermann reisen nur bedingt mit Einbeziehe), zum zweiten war der Platz zum Poppe….. Ähmm…. War der Platz von Herrn Poppe nicht der größte, womit die Zahl der verfügbaren Karavans sich von Unendlich viele auf ein überschaubares Maß von einigen wenigen reduzierte und zum dritten, warum hatte die beste Ehefrau von allen (jaja, ich hab doch schon zugegeben das der Satz bei Kishon geklaut ist) darauf bestanden die Zelte mit zu nehmen, spätestens das hätte mich, einen absoluten Anti-Camper stutzig machen müssen. Wenn ich unbedingt im Zelt hätte schlafen wollen dann wäre ich damals Berufssoldat geworden. Aber alles in allem bin ich ja ein positiver Mensch. Zumindest war ich das bis zum dem Zeitpunkt als sich die Flatulenzen des Hundes verfestigten.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits in Holland, zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch bereits die Sitzhöhe im Auto ein wenig nach oben verschoben. Da unser Hundetier nun mal gerade in der Mauser war, und diese Mauser wohl unbedingt bis zur Ankunft am Ziel fertig bekommen wollte, hat eben jener Hund während der knapp vier Stunden Fahrt permanent vor sich hin gehaart. (Was mir so ganz nebenbei bemerkt einen Grund gab an meinen mathematischen Fähigkeiten zu zweifeln, denn meiner Rechnung nach war es unmöglich das an dem Hund überhaupt noch ein Haar sein konnte…. Ich glaube ich schweife gerade vom Thema ab, kann das sein ?)  Kaja hatte die Mauser zwar nicht fertig bekommen, aber sie hatte es immerhin geschafft das wir alle ca. fünf Zentimeter höher saßen, denn so hoch war nach allgemeiner Einschätzung die Haarschicht die sich inzwischen auf den Sitzen im Auto befand (die Haare die noch in der Luft herum flogen lasse ich mal großzügig außer acht, obwohl man damit locker ein paar Kopfkissen hätte füllen können).

Soweit so gut, nach mehr als 300 Kilometern hatten wir uns den haarigen Wirbelsturm gewöhnt. Was die ganze Sache dann ein wenig problematischer machte waren die verfestigten Flatulenzen des Hundes. Eigentlich waren sie nicht völlig verfestigt, was die Sache nicht gerade einfacher machen.

Aber ich greife vor fällt mir gerade so auf….. zunächst mal waren wir nämlich beim poppen…. Hüstel…. Beim Herrn Poppe angekommen und hatten mal höflich nachgehorcht ob wir denn für die nächsten Tage einen Karavan mieten könnten? Sagen wir mal so: Wenn der gute Herr Poppe nicht einst eine hervorragende Kinderstube genossen hätte dann wäre er als Antwort auf unsere Frage wohl in schallendes Gelächter ausgebrochen. Ein elegant nachgelegtes: Haben sie denn noch Platz für ein bis zwei Zelte wurde ebenfalls nicht mit Gelächter quittiert (ich erwähnte es schon, die Sache mit der Kinderstube), sondern ebenfalls mit einer höflichen Negierung (für alle geneigten Leser denen diese Formulierung zu hochtrabend klingt: Er hät näää jesagt!).

Aber wieder zurück zu den verfestigten Flatulenzen….. die machten sich nämlich recht problematisch bemerkbar als von hinten, von der Rückbank des Autos ein „Iiiiiihhhh“ kam…. Aber mir fällt gerade auf das ich schon wieder vorgreife.

Nach dem beim poppen…. Hüstel, ich weiß auch nicht wieso mir das dauernd passiert…. Nach dem also bei Herrn Poppe kein Platz mehr war beschlossen wir dann unser Glück anderweitig zu versuchen…. Was sich aufgrund oben genannter Gründe wie Ferien, Hochsaison etc. als nicht ganz so leicht herausstellte…… irgendwann, wir fuhren inzwischen Richtung VVV kam dann von der Rückbank des Autos besagte „Iiiiiihhhh“.

Was für sich alleine genommen gar nicht so dramatisch gewesen wäre…… der Haken an der Sache war dann erst der zweite Teil des Satzes der von der Rückbank nach von vorne schallte…. „die kackt da hin.“

Werter Leser, wir befinden uns mehr als dreihundert Kilometer von zu Hause entfernt, wir haben noch keine Bleibe für die Nacht gefunden und wir haben das Kölsch zuhause vergessen. Außerdem sitzen wir auf mindestens fünf Zentimetern Hundehaaren und die Sicht im Auto beträgt maximal noch 30 Zentimeter, aufgrund der Hundehaare die noch in der Luft herumfliegen, weil sie sich bisher nicht entscheiden konnten wo sie sich niederlassen sollen. Und in dem Moment kommt von der Rückbank des Autos der Satz „Iiiiiihhhh, die kackt da hin.“

Lassen wir den Satz doch mal sacken. Nein, nicht wirklich, in der Zeit wo wir den Satz sacken lassen trocknet das Zeug wohlmöglich auf dem Sitz ein…..

Meine erste Reaktion war: Ich muss was tun. Woraufhin meine Geruchsnerven sich einschalteteten und versuchten mich davon zu überzeugen das während der Fahrt aus dem Auto springen einen Tod zur Folge hat der wesentlich weniger quälend ist als dieser Geruch…… die beste Ehefrau von allen verhinderte meinen versuchten Suizid in dem sie ein Machtwort sprach.

Das Machtwort der besten Ehefrau von allen verhinderte zwar meine Suizid, nicht aber den meiner Geruchsnerven….. was gewisse Vorteile hatte für das was danach passieren musste.

Nächste Möglichkeit rechts ran, raus aus dem Auto, den Hund in die Büsche befördern, wo dann noch ein paar nicht so ganz verfestigte Flatulenzen aus dem Hund plumpsten. Nicht so ganz verfestigt, genau wie die immer noch auf dem Rücksitze befindlichen. Um es dem geneigten Leser einfacher zu machen sich irgend etwas unter „nicht ganz verfestigte Flatulenzen“ vorzustellen formuliere ich das ganze mal etwas umgangssprachlicher: Der Köter hatte Flitzekacke, Dünnschiss oder einfach Durchfall….. und eben jener  befand sich gerade auf dem Rücksitz unseres Autos….. jetzt ein Kölsch, um die Nerven (mit Ausnahme der Geruchsnerven, die hatten ja wie ich bereits erwähnt den Freitod gewählt) wieder in den Griff zu kriegen….. Dummerweise hatten wir immer noch kein Kölsch dabei. Also griff ich mir `ne Flasche Wasser. Nicht um meine Nerven (mit Ausnahme der Geruchsnerven, der geneigte Leser weiß was ich meiner) wieder in den Griff zu bekommen, sondern um mit Hilfe dieser Flasche Wasser und einigen Hilflosen Servietten besagte nicht völlig verfestige Flatulenzen wieder vom Rücksitz des Autos zu entfernen. Ich muss zugeben das die beste Ehefrau von allen (Kishon!) ganze Arbeit leistete beim entfernen der NGVF (= nicht ganz verfestigten Flatulenzen)…. Gemeinsam schafften wir es irgendwie ohne das einer von uns noch einmal an Suizid dachte. Obwohl die Überlegung „Jetzt tief Luft holen und in Ohnmacht fallen…..“ eigentlich ganz verlockend schien.

Nachdem sich dann irgendwann auf dem Rücksitz nur noch eine sechs Zentimeter dicke Schicht Hundehaare befand, sechs Zentimeter deshalb weil sich nach dem Anhalten alle frei umherschwebenden Haare die bis dahin noch unentschlossen waren ebenfalls auf den Sitzen niedergelassen hatten, setzten wir unseren Weg zum VVV fort.

Es ist erstaunlich, aber entgegen meiner Vermutung das die Holländer noch ein paar Generationen vom aufrechten Gang entfernt sind entpuppte sich auch die Dame die uns dort begrüßte als durchaus höflich und im Besitz einer sehr guten Kinderstube. Nicht nur das sie keineswegs in Gelächter ausbrach als wir unseren Wunsch nach einem Platze für die Nacht kund und zu wissen taten. Sie bemühte sich auch noch redlich uns einen solchen zu verschaffen. Nach diversen Telefonaten kam sie dann auch wieder zu uns und teilte uns mit das es einen Hort der Ruhe und des Friedens geben sollte der bereit sei uns für die nächsten Nächte samt Auto und Hund zu beherbergen „Camping Middelburg“. Habe ich im letzten Satz wirklich geschrieben einen „Hort der Ruhe und des Friedens“ ? Naja, warum auch nicht, wir waren ja noch nicht da…. Und unser Hund noch viel weniger…. Konnte also wirklich noch ruhig und friedlich da sein.

Frohen Mutes sattelten wir die Maultiere…… ups, ich meine, wir stiegen also wieder ins Auto und machten uns auf den Weg zum „Camping Middelburg“. Irgendwann nach gar nicht so langer Zeit kamen wir da auch an, inzwischen ein wenig entnervt und auf einer sieben Zentimeter dicken Hundehaarschicht sitzend wurde unsere Hoffnungen nicht enttäuscht. Nachdem die Anmeldeformalitäten erledigt, der Platz zum Aufbau der Zelte zugewiesen und das Auto entladen war (mal abgesehen von der sieben Zentimeter dicken Schicht Hundehaare und einem ziemlich penetranten Geruch den die NGVF hinterlassen hatten) machten wir uns also ans Einrichten des Zeltes, dessen Aufbau recht schnell erledigt war. Eigentlich ging alles beim Aufbauen und Einrichten ziemlich schnell…. Nur das aufblasen der Doppelluftmatratze dauerte knappe zwölf Stunden….. aber auch das war irgendwann geschafft (dachten die beste Ehefrau von alle und meiner einer fälschlicherweise).

Als wir uns dann auf den Weg zum Strand machten blieb mir Zeit einen gelangweilten Blick über den Campingplatz gleiten zu lassen…. Anheimelnd könnte man sagen, ungefähr so anheimelnd wie ein Flüchtlingslager im Ghaza-Streifen. Erwähnte ich schon das ich ein absoluter Anti-Camper bin?

Wie auch immer. Wir machten uns samt Kind und Hund auf den Weg zum Strand. Parken, Parkautomat bedienen, über die Dünen an den Strand….

Wir machten es uns bequem und….. es passierte keine Katastrophe….. Fredi war am Ziel und verschwand im Meer…. Nicht völlig, wir haben ihn irgendwann wiedergefunden.

Auch meiner einer machte sich auf den Weg ins gesalzene Wasser und zwar samt Hund.
Und schon ging es weiter…. Hund sieht Wasser, Hund trinkt Wasser, Hund trinkt mehr Wasser, Hund trinkt noch mehr Wasser….. ich habe es dann auch mal probiert…. Und gespuckt…. Ganz schön salzig! Hund trinkt immer noch Wasser. Langsam wurde mir das Viech unheimlich. Hund also wieder zurück zum Liegeplatze. Genau  das war dann der Moment wo auch dem Hund, oder auch dessen Magen auffiel das es sich um Salzwasser handelte…. Der Köter kotzte rund 20 Liter, gerade eben konsumiertes Meerwasser neben unsere Decke. NEBEN unsere Decke….. ich konnte unser Glück kaum fassen.

Die beste Ehefrau von alle begab sich dann auch in die Fluten des Meeres und meiner einer machte sich, nachdem er mehrere Tonnen Sand diskret auf die vom Hund hinterlassene Meerwasserpfütze geschoben hatte auf der Decke breit. Ein zufriedener Blick nach vorn, wo die beste Ehefrau von allen samt Nachwuchs die Wellen der Nordsee genoss. Dann ein zufriedener Blick nach hinten, wo der Hund gerade einen halben Meter von der Decke entfernt noch ein paar NGVF unter sich fallen ließ.

[Zufriedener Blick OFF] Ganz schnell ganz viel Sand drüber und so tun als sei nix passiert!
[Zufriedener Blick ON]

Und dann vorsichtshalber nur noch entspannte Blicke in Richtung Meer.

Einige Stunden später, mir tat schon der Nacken weh von dem dauernd in Richtung Meer starren, wir begannen einzupacken und stellten dabei fest das dem Hund nichts mehr entfallen war, weder NGVF noch Meerwasser und machten uns, nachdem wir Fredi nur wenige Meilen vor der Küste entfernt und zurückgepfiffen hatten auf den Weg zum Abendessen.

Im Auto lag nur noch ein leiser Hauch von dem was dem Rücksitz in den Mittagsstunden wiederfahren war.

Im „Pannekoekenhaus“ fanden wir dann Aufnahme und machten uns jeder über einen solchen Pannekoeken her. Gesättigt ging es dann wieder Richtung „Camping Middelburg“, immer noch begleitet von einem leisen Hauch der Absonderungen des Hundes.

Beim Besuch des Örtlichen Pissoirs fiel mir dann noch auf das auf den Toiletten kein Toilettenpapier zu finden war. Da ich nicht vorhatte ein paar Grasbüschel auszurupfen fragte ich bei der besten Ehefrau von allen nach ob wir denn noch im Besitz von Servietten seien?

Waren wir nicht, die hatten alle bei der Entfernung der Kaja`schen Hinterlassenschaften dran glauben müssen. Meiner einer stiefelte also fröhlich in den, der Rezeption des Middelburg Camping angegliederten Kiosk.

„Moin, Klopapier bitte.“ „Tut mir leid, keins mehr da. Aber versuchen sie es doch mal in der Kantine.“

Die Kantine entpuppte sich als so eine Art Vereinsheim-Kneipe auf dem Niveau eines Schnellimbiss in Bitterfeld (vor der Wende).

„Moin, Klopapier bitte.“ „Tut mir leid, keins mehr da, aber versuchen sie es doch mal in dem Kiosk bei der Rezeption.“

„Ähm, die haben mich aber gerade hierher geschickt.“

Nach einer Runde kramen und wühlen hinter einer Tür die ziemlich offensichtlich zur Küche führte, zauberte der Bursche hinter der Theke dann eine Rolle Klopapier (2-Lagig, recyclet und perforiert) zutage, präsentierte mir diese mit einem freundlichen „50 Cent bitte“. Was mich ein wenig ins grübeln brachte war weniger der Preis, damit hatte ich schon fast gerechnet. Es war mehr die Tatsache das das Klopapier in der Küche gelagert wurde.

Am Zelt angekommen beschlossen wir erst einmal Gerüche, Salzwasser und Schweiß abzuspülen. Und die beste Ehefrau von allen beschloss das ich  die Vorhut beim Duschen bildete um anschließend Bericht zu erstatten. Tapfer packte ich mir Duschgel, Handtuch und frische Klammotten und machte mich auf den Weg. Nachdem ich mir mit einer Machete den Weg durch einen Wald von Mannshohen Pilzen geschlagen hatte erreichte ich erschöpft die Dusche….. Einzelheiten möchte ich dem geneigten Leser an dieser Stelle ersparen, aber es sei gesagt das ich Tiere und Pflanzen sah die Giger, wenn er sie denn entworfen hätte für mindestens fünf weitere Folgen von Alien gereicht hätten.

Nachdem auch die beste Ehefrau von allen, sich ebenfalls Tapfer schlagend und wider aller Hindernisse den Weg zu den Duschen erkämpft hatte, ebenso wie Knappe Fredi, der ebenfalls den Pilzdrachen besiegen konnte, beschlossen wir heute mal mit den Hühnern schlafen zu gehen. Oder in unserem Falle mit dem Hund. Was sich im laufe der Nacht als wahrhaft Atemberaubend erwies. Denn die Flatulenzen des Hundes machten sich alsbald wieder bemerkbar. Dem Schicksal sei gedankt das es sich diesmal um rein Gasförmige handelte. Ich hoffe ja das George W. Bush nicht irgendwann auf die Idee kommt uns zu bombardieren, weil er die Flatulenzen des Hundes als Massenvernichtungswaffe interpretiert.

Wir machten es uns also im Zelt bequem.

Bequem?

Tja, sagen wir mal so, es wäre bequem gewesen wenn da nicht die bereits erwähnt Doppelluftmatratze gewesen wäre, die nämlich keineswegs völlig aufgepumpt war wie sich als bald herausstellte. Als wir uns darauf legten entpuppte sich diese nämlich als eine Art Wasserbett für Arme…. Jede Bewegung des einen führte dazu das beim anderen Wellen ankamen die El Nino nicht besser hinbekommen hätte. Und eben jene Wellen machten es gar nicht so einfach sich auf der Matratze zu halten. Wir schafften es trotzdem. Und wir schafften es auch, kurz vor eintritt der Seekrankheit einzuschlafen. Mehr oder weniger.

Und wir wachten auch wieder auf am nächsten Morgen, ein bisschen schlapp und nicht ganz ausgeschlafen. Die beste Ehefrau von allen nicht so ganz fit weil sie mehr mit auf der Matratze festhalten denn mit schlafen beschäftigt gewesen war und meiner einer weil er über Nacht rund 12 Liter Blut an die anwesenden Mücken und Schnaken gespendet hatte.

Eine erste Hochrechnung ergab das mich mindestens 273 Stiche getroffen hatten. Da half auch kein Anti-Juck-Insektenstich-Gel mehr.
Nach der Einnahme eines Frühstücks beim „Warme Bakker“. Warm ? Ich setzte mich vorsichtshalber mit dem Hintern an die Wand, machten wir uns wieder auf den Weg zum Strand, da hatte das Entspannen auch gestern schon geklappt. Warum also nicht auch heute?
Warum nicht ? Weil es kaum das wir da waren an zu Regnen fing und weil ein Saukalter Wind von See her blies ! Das sind ja wohl schon genug Gründe um nicht entspannen zu können. Irgendwann beschlossen wir dann, in der Hoffnung auf Wetterbesserung innerhalb der nächsten halben Stunde den Strand zu wechseln.

Kaum waren wir am nächsten Strand angekommen, das Wetter schien sich tatsächlich zu bessern da wurde aus dem Regen eine wahre Sintflut. Also packten wir mal wieder Kind, Hund, Decke, Getränke etc.blabla sahen bei einem letzten Blick in Richtung Meer weit draußen Noahs Arche vorbeischippern…. Oder war das doch nur ein Container-Schiff ? Wir werden es wohl nie erfahren. Das einzige was half war die sofortige Flucht ins Auto, in dem immer noch (Erwähnt ich das eventuell schon?) ein leiser Hauch von Hunde-Exkrementen lag.

Kurzes beratschlagen des Familienrates (Kaja bekam die Stimme entzogen weil immer noch gewisse Gerüche in der Luft lagen!) ergab das wir erst mal Essen gehen, versuchen halbwegs zu trocknen und dann noch dem Örtlichen Supermarkt einen Besuch abstatten. Ob die wohl Kölsch haben ?

Mal abgesehen von dem Kölsch funktionierte das ganze auch Prima. Satt, halbwegs trocken und mit Einkäufen bepackt kamen wir aus dem Supermarkt zurück zu Fredi, Auto und Hund wo auch sogleich ein freundlich lächelnder, indisch aussehender Gentlemen auf uns zu kam und fragte: „Wolle Rose kaufe?“

Fragte er natürlich nicht, das mit den Rosen ist ja eh nur ein dummes Vorurteil. Statt dessen wies er darauf hin das wir völlig unmöglich geparkt hätten und außerdem auch keinen Parkschein gezogen hatten. Aufgrund der Tatsache das der freundlich lächelnde, indisch aussehende Gentlemen eine Uniform der Örtlichen Ordnungshüter trug holten wir letzteres, den Kauf des Parkscheins nach um einen Ticket für Falschparken zu entgehen. Aber jetzt war ich Sauer, Rosen habe ich ihm dann keine abgekauft. So, bäh, das hat er jetzt davon.

Am Zelt angekommen beschloss ich der Doppelluftmatratze mithilfe der Pumpe noch ein wenig mehr Druck zu verschaffen. Stöpsel rein und pumpen. Irgendwann fühlte die beste Ehefrau von allen mal nach was sich denn bezüglich Druck getan hatte und stellte fest das der Stöpsel gar nicht im Ventil steckte und statt Luft rein nur Luft raus gekommen war. Die beste Ehefrau von allen stöpselte dann richtig fest und ich gab mit der Pumpe noch mal richtig Gas…. Naja, ich gab mit der Pumpe noch mal richtig Luft klingt wohl besser. Ehe allerdings wirklich Druck aufgebaut war hakte die Pumpe. Eine genauere Analyse des Zustands der Pumpe führte dann zu der Erkenntnis das diese schlicht und ergreifend Schrott war. Lassen wir uns als überraschen wie es sich diese Nacht auf der mittlerweile mehr berüchtigten als berühmten Matratze schlafen ließ.

Nachdem wir den Abend dann halbwegs bequem auf der mehr oder weniger feuchten Decke neben dem Zelt hinter uns gebracht hatten und ich der besten Ehefrau von allen um die fünfzig mal erzählt hatte wie sehr ich Stühle, Tische, ne bequeme Couch und kaltes Kölsch vermisse, wir uns noch einen abendlichen Imbiss in Form von Gummibrötchen und Heineken, das ist das Zeug das die Holländer trotz EU-Richtlinien als Bier verkaufen dürfen genehmigt hatten machten wir uns dann wieder auf den Weg ins Zelt. Kaum in diesem angekommen trommelte irgendwas auf unser Zelt. Wer jetzt getippt hat „Regen“ darf sich fünfzig Punkte gutschreiben. Aber mal abgesehen von exakt zwei Tropfen, die der festen Überzeugung waren auf meinen Rücken fallen zu müssen erwies sich das Zelt als Dicht. Ebenso wie die Doppelluftmatratze, die sich immer noch wie ein Wasserbett für Arme anfühlte.

Nach einer weiteren durchwachsenen Nacht erwartete uns dann das Problem das Frühstück halbwegs zivilisiert hinter uns zu bringen. Auf die Decke setzen ? Ging nicht, war nass. Auf die Wiese setzen ? Ging noch weniger, die war noch nasser. An den Frühstückstisch setzen ? Vergessen wir diesen Gedanken einfach wieder. Als halbwegs brauchbare Lösung erwies sich dann der Gedanke im Auto zu Frühstücken. Und glauben sie mir lieber Leser, auch wenn man auf einer Zehn Zentimeter dicken Schicht von Hundehaaren einigermaßen bequem sitzen kann, so ist es fast unmöglich Brötchen zu schmieren ohne das sie einige dieser Haare hinterhältig unter die Butter schmuggeln, oder die Wurst kontaminieren. Ganz zu schweigen von einem Becher Hundehaar durchsetztem Kakao.

Da die allgemeine Ansicht vorherrschte das wir unsere Klamotten eh nicht wirklich trocken bekommen würden beschlossen wir dann einzupacken und unser Glück noch mal am Strand zu versuchen, ehe wir uns auf den Rückweg Richtung Zivilisation machten.

Auf der inzwischen auf 14 Zentimeter angewachsenen Schicht Hundehaare auf den Autositzen saß sich übrigens Recht weich und komfortabel.

Wir fuhren also wieder einmal in Richtung Strand. Das Wetter spielte mit, das Meer spielte mit und der Hund verkniff sich ebenfalls jedwedes Sabotieren unseres Tages. Wir hatten tatsächlich noch einen tollen Tag am Strand. Und mal abgesehen von Sonnenbrand bei der besten Ehefrau von allen und meinem einen ging nichts mehr schief.

Alles in allem war es ja doch ganz lustig. Ungefähr genau so lustig wie Hiroshima und Tschernobyl. Was uns aber bestimmt nicht daran hindern wird es bei Gelegenheit mal wieder in Holland zu versuchen. Dann allerdings wird wieder ein Karavan zum poppen….. hüstel verlegen…. Beim Herrn Poppe vorbestellt.

© 2004 by Dieter Jansen