Die Knechtstedener TV-Antenne…..

….oder wie das Fernsehen ins Kloster kam.

Wir schreiben das frühe 12. Jahrhundert, in Knechtsteden hat der Prämonstratenser-Orden soeben ein neues Kloster eröffnet. Den Mönchen wird einiges geboten. Animateure sorgen den ganzen Tag für Spiel und Spaß. Von echt rockenden Gebeten noch vor Sonnenaufgang bis hin zu Fackelmärchen in der Nacht. Wasser so viel man nur trinken kann und eine Bibliothek vom allerfeinsten, denn hier findet man nicht nur das alte, sondern auch das neue Testament. Kurz gesagt: Dieses Kloster geht voll ab.

Leider hat man auch, wenn man sehr langsam liest, die Bibliothek irgendwann durch.Das Wasser knallt nicht mehr so richtig und irgendwie fängt die coole Mönchskutte an zu jucken. Was die Nationalmannschaft während der Kreuzzüge für Ergebnisse erzielt bekommt man auch immer erst Monate, wenn nicht gar Jahre später mit.

Was tun?

Kein Problem. Im Jahr 1111 erreicht der englische Austauschbruder Adalbert from Middelwave das Kloster. Und der ist ein ganz cleveres Kerlchen. Er erfindet nämlich kurzerhand die TV-Antenne (siehe obiges Bild). Und schon sieht es in der Welt des Klosters ganz anders. Bereits kurz nach der Montage der Antenne steht das erste vier Stunden Programm.

Das erste Programm

17.00 Uhr            –              MusicTV – Aufzeichnung des Chors von Notre-Dame (Paris)

18.00 Uhr            –              Tutti-Frutti – Frivole Nonnen zeigen ihre Fußknöchel

19.00 Uhr            –              Liveübertragung aus dem Heiligen Land – Christen vs. Muslime (2.Halbzeit)

20.00 Uhr            –              Offener Kanal, Standup-Comedy, coole neue Gebete und Liturgien

Geplant ist auch eine spannende Spiel-Show mit Namen „Der Greis ißt Reis“ bei dem man entweder tolle Preise (bspw. Einen eigenen Messweinbecher oder einen Jahresvorrat Hostien) gewinnen kann. Oder man muss dem Zonk beim Reisessen zusehen. Beim Zonk handelt es sich um Bruder Zonk von Wijnvoord, der für seine, selbst für damalige Zeiten, abartigen Tischmanieren bekannt ist.

GEZ ?

Bei den Mönchlein herrschte natürlich große Aufregung und Vorfreude. Alle warteten gespannt auf den ersten Programm-Tag. Doch leider entpuppte sich Adalbert from Middelwave als gerissener Trickbetrüger. Knechtsteden war nicht das erste Kloster das er auf dieser Art um seine Ersparnisse brachte. Wie sich nämlich bald herausstellte waren Strom, Kameras, TV-Satelliten, Kabel, Fernseher, GEZ, GEMA, Moderatoren, Barbiepuppen die Buchstaben umdrehen sowie Werbe-Spots noch gar nicht erfunden. Und es sollte auch noch Jahrhunderte dauern bis überhaupt ein Anfang gemacht werden sollte.

Was wir daraus lernen können

Kloster2(Der im Bild zu sehende Hund wurde uns von der Werbe-Agentur Bibo zur Verfügung gestellt um das Panorama optisch aufzuwerten.)

Als Mahnung für spätere Generationen ließ man jedoch die TV-Antenne des Klosters für alle Zeiten in mitten einer Allee von Kopfweiden stehen. Einmal im Jahr versammeln sich die Mönche vor dieser Antenne und gedenken dem größten Flop der TV-Geschichte durch das absingen der schönsten Werbe-Jingles des aktuellen Jahrhunderts. Was bis zum 03.November 1956 ein wenig problematisch war, denn erst an diesem Tag wurde in Deutschland zum ersten Mal Fernseh-Werbung gezeigt.

In diesem Sinne…

Dieter